Batterie oder Akku? Teil 2 – welche Marke?

In Teil 1 haben wir eine „kleine Batteriekunde” vorgenommen und geklärt, dass für die Nutzungen (GPS, Not-/ Ankerlicht, Taschenlampe …) auf der Sailhorse und ihren Freunden eigentlich nur Akkus in Frage kommen.

Nun wenden wir uns der Frage zu:

Welche Marke?

Stiftung Warentest hat 2014 bei den AA-Größen die GP ReCyko+ 2000 mAh und die sehr preiswerte (4 Akkus – 10 EUR) Heitech Hei Energy Akku 2000 mit „sehr gut” bewertet. Trotzdem wird in der „Szene” und auch von uns die Sanyo Eneloop besser eingeschätzt und bewertet. Woran liegt das?

  1. Warentest hat zwar allerei wie z. B. Umwelteigenschaften bewertet, nicht aber die Entladekurve (vgl. Teil 1).
  2. Warentest hat ein wenig Äpfel mit Birnen verglichen, indem die Sanyo High capacity XX mit 2.450 mAh zum Vergleich herangezogen wurde, die darüber hinaus auch teuerer ist.
  3. Sanyo (bzw. seit Übernahme „Panasonic”) hat bei den AA-Größen drei verschiedene Modelle unter der Marke „eneloop” im Angebot, die den Unterschied bzw. Äpfel und Birnen deutlich machen:

Der eneloop Akku

eneloop weiß

eneloop weiß

gibt es als

  • High (capacity – pro/XX) = Schwarze Akkus – 2.450mAH bzw. aktuell bereits 2.500mAH – ca. 500 Ladezyklen – 75 % Restkapazität nach 1 Jahr
  • Medium = Weiße Akkus 1.900mAh – ca. 2.100 Ladezyklen – 90 % Restkapazität nach 1 Jahr
  • Lite = Blaue Akkus – 950 mAh – ca. 2.000 Ladezyklen – 75 % Restkapazität nach 3 Jahren

Danach wären die Medium-Akkus die wirtschaftliche Wahl, sie halten länger, vertragen Schnellladungen besser, entladen sich nicht so schnell. Sie sind preiswerter (17,- EUR für 8 Stück): Sie hätten auch im Warentest die besten Werte gehabt.

eneloop schwarz

eneloop schwarz

Die proXX sind nach unserer Auffassung die erste Wahl, wenn es auf Leistung und Ausdauer ankommt – eigentlich immer, wenn wir auf unseren offenen Kielbooten eine Batterie brauchen. Man braucht bei einem WE-Trip bspw. für sein GPS nur zwei statt drei Akku-Sätze. Aber sie schaffen deutlich weniger Ladezyklen und entladen sich auch schneller bei Nichtgebrauch. Sie benötigen also auch wesentlich mehr Aufmerksamkeit. Schnellladungen mögen sie auf Dauer gar nicht (Ergebnis bei Stiftung Warentest: 100 Schnellladungen war noch OK, aber nach 200 war die Kapazität katastrophal), es ist also ein Ladegerät notwendig, dass auch die Normalladung beherrscht.

Aber Achtung: Die proXX sind einen halben Millimeter breiter als die Medium, und die ist schon ein ganz klein wenig breiter als Einmal-Batterien. Es soll durchaus Geräte geben, wo das ein Problem sein kann. Der Redaktionstest bei unserem Garmin GPSMAP 78 zeigt: Es ist knapp! Es geht gerade noch, die Batterieklappe muss z. B. angedrückt werden, klickt dann aber vollständig zu.

Die AAA-Akkus von Sanyo haben wir jetzt nicht besprochen, sie haben allerdings die gleichen Eigenschaften.

Tipps:

  • Schafft Euch, wenn es irgendwie geht, Geräte an, in die AA oder AAA-Akkus passen. Hier gibt es Markt und Technik und Ihr seid nicht von spezifischen Herstellerlösungen abhängig, auch wenn sie noch so schön klingen („Ladegerät für Lithium-Ionen-Akku dabei”). Denn jeder Akku ist irgendwann am Ende. Dies gilt auch für Elektrowerkzeuge etc.!
  • Ein gutes Ladegerät stoppt den Ladevorgang automatisch, wenn der Akku vollständig aufgeladen ist. Diese Ladegeräte können auch bei den Ladeverfahren unterscheiden: Schnellladeverfahren sind zwar bisweilen notwendig, aber langsames Aufladen verlängert die Lebensdauer – insbesondere bei den eneloop proXX.
  • Es besteht ein direkter Zusammenhang zwischen Lagertemperatur und Selbstentladung. Deshalb ist eine trockene Lagerung bei Zimmertemperatur optimal. Eine Lagerung von über 30 Grad und unter zehn Grad beeinträchtigt nicht nur die Energiespeicherung, sondern auch die Lebensdauer.

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