Batterie oder Akku? Teil 1 – kleine Batteriekunde

Auch auf der Sailhorse und ihren Freunden gibt es Strombedarf – fürs GPS oder die Taschenlampe, die „Notlichter” beim Nachtsegeln und -ankern. Und schon steht man vor der Frage: Nimmt man (Einmal-) Batterien („Primärbatterie”) oder wiederaufladbare Akkus? Und falls diese Frage entschieden ist folgt die nächste: No-Name vom Discounter oder Marke?

Grundsätzlich: Batterien sind keine Umweltfreunde. So sind ab 31.12.2016 Batterien, die Cadmium enthalten, verboten. Auch muss man für die Herstellung einer herkömmlichen Batterie 500 x mehr Energie aufbringen, als sie wieder zurückgibt.

Kleine Batteriekunde

 

Die (Einmal- oder Primär-) Batterie:

Zink-Kohle Batterien sind nicht besonders auslaufsicher. Alkali-Mangan ist schon besser, auch effizienter, allerdings deutlich teurer. Insbesondere, wenn man auf Markenprodukte zurückgreift. Die beste Bilanz der Primärbatterien hat die Lithium-Batterie mit nur geringer Selbstentladung. Sie ist allerdings noch teuerer.

Ihre Vorteile sind:

  • Primär- (Einmal-) Batterien haben eine geringe Selbstentladung, liefern also auch bei seltener Nutzung oder bei Geringverbrauchern (Wanduhren) noch nach Monaten Energie.
  • Sie liefern 1,5 Volt die ältere Geräte (analoge Kameras, Blutdruckmessgeräte etc.) noch benötigen.
  • Sie sind i. d. R. Hitze- und Kältebeständiger, könnten also auch schon mal über den Winter im Boot vergessen werden.

Sie haben also durchaus ihre Einsatzberechtigung – nur nicht auf offenen Kielbooten.

Der Akku:

Hier ist der Lithium-Ionen-Akku State of the art bei Handys und PCs der sich durch eine hohe Energiedichte und geringe Selbstentladung auszeichnet. Nickel-Cadmium-Akkus, wie gesagt, werden demnächst verboten. Noch findet man sie vor allem in Elektrowerkzeugen. Für unsere Zwecke bleiben damit der Nickel-Metallhydrid-Akku (NiMH) in AA und AAA-Größen.

Die Vorteile von NiMH-Akkus:

  • Sie liefern mehr und länger Strom wenn sie gebraucht werden
  • und sind damit im Vorteil bei leistungsstarken Geräten.
  • NiHM-Akkus (Mignon) können mindestens 150 und im Zeitraum von 5 Jahren bis zu 500 Einwegbatterien ersetzen,
  • zumindest, wenn sie entsprechend häufig genutzt werden.
  • NiMH-Akkus sind hinsichtlich der bei Akkus üblichen Alterungsmechanismen relativ unempfindlich. Den bekannten „Memory-Effekt” gibt es nicht mehr, das heißt die NiMH-Akkus müssen nicht mehr vollständig entladen werden, sondern können auch dann wieder aufgeladen werden, wenn noch eine gewisse Restenergie vorhanden ist. Das verlängert die Lebensdauer.
  • Auch eine Tiefenentladung (also bis zu 100 Prozent Zyklentiefe) ist bei der neuen Generation der NiMH-Akkus nicht mehr problematisch und verkürzt nicht automatisch die Lebensdauer.

Wiederaufladbare Akkus sind die bessere Wahl bei häufigem Gebrauch mit unseren Einsätzen. Denn wenn wir Strom brauchen, dann brauchen wir ihn zuverlässig und lange. Akkus sparen locker 100 Euro, schonen die Ressourcen und den Müll mit problematischen Stoffen.

Worauf ist nun beim Akku-Kauf zu achten?

Wichtig ist die bereits genannte niedrige Selbstentladung, erkennbar an Verkaufsbegriffen wie „ready to use”, „direct energy” oder „precharged” (was sich eigentlich gar nicht auf das wichtigere Kriterium der Selbstentladung bezieht). Darüber hinaus ist die Entladekurve von Bedeutung. Denn eine Kapazität von 2.850 mAh sagt eigentlich nicht viel. Wenn die Entladung z. B. gleichmäßig fortschreitet, hat man schon nach relativ kurzer Zeit nicht mehr die von leistungsstarken Geräten benötigte Spannung – oder das Rundumlicht funzelt nur noch. Wenn man dann nicht aufladen kann (die Regel bei uns), taugt sie nur noch als Nutzung in der Borduhr (doch wer hat schon eine). Essentiell: Eine Entladekurve, die lange eine hohe Spannung anzeigt und danach erst rapide abfällt.

Einfach ausgedrückt: 2000 mAh mit 1,0 Volt nach 3 Stunden ist deutlich besser als 2850 mAh mit 0,8 Volt nach 3 Stunden – wenn man Leistung bzw. Spannung braucht.

Welcher Akku ist denn zu empfehlen?

Und was muss noch beachtet werden?

Hier geht’s weiter mit Teil 2

Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.