Unsere Lieblingsknoten: Der „Zelt”knoten

Er heißt bestimmt nicht „Zelt”knoten, aber ich habe ihn nicht in einem Segelbuch gefunden. Ein Knoten für den Fall, dass eine Leine dicht und auf Zug gehalten werden muss, auch wenn sich die Abstände verändern. Und wie oft knotet man Palstek oder Rundtörns, hat dann aber nicht die „richtige” Länge und setzt neu an? Z. B. beim Verzurren auf dem Trailer oder bei Flaggen. Selbst als Gürtel kann ein Tau kann mit dem Zeltknoten eingesetzt werden. Auch beim Festmachen am Steg habe ich ihn schon erfolgreich eingesetzt – traumhaft: Immer die richtige Länge! (Allerdings noch nicht im Langzeitversuch) Und nicht zuletzt: Schließlich zelten ja eine ganze Reihe von SaF-Seglern!

Der Zeltknoten hält unter Spannung in eine Richtung, lässt sich aber in die andere Richtung verstellen, also auch dichtholen. Er zählt somit zu den Einbahnstraßen-Knoten (wie der Stopperstek) und wirkt quasi wie eine Ratsche.

Sicher einer der besten seiner Art:

Der „Zelt”knoten

Der „Zelt”knoten

 

3 Kommentare

  • Als Berufsschiffer kann ich garantieren, dass dieser Knoten der Stopperstek (auf English „rolling hitch“) ist. Wir verwenden ihn an Bord um Zug von verklemmten Leinen zu nehmen.

    LG

  • Also, das ist maximal eine Hälfte eines Prusiks. M. M. n. ist das oben Abgebildete ein Topsegelschotstek oder auch Midshipman’s Hitch.

  • Justus Pinckernelle

    Kleiner Hinweis:

    Der „Zelt-Knoten“ entspricht dem von Bergsteigern angewendeten Prusik-Knoten, welcher sich unter Last festzieht, ohne Last aber frei auf dem Hauptseil verschoben werden kann [Dieser wird in der Regel allerdings regelmäßig symmetrisch als geschlossene Schlaufe eingesetzt, siehe https://de.wikipedia.org/wiki/Prusikknoten ].

    Eine für Segler dem Abseilen ähnliche Situation ist das das Aufheissen einer Person zum Masttopp im Klettergurt oder Bootsmannsstuhl: man kann die Person an einem zweiten feststehenden Fall durch den Prusikknoten gegen Absturz sichern.

    Weiteres Beispiel: mit zwei entsprechend längeren Schlingen, die jeweils mit diesem Knoten über ein Hauptseil laufen, kann man an diesem hochsteigen, ob am Mast oder zum Beispiel am Berg oder sogar aus einer Gletscherspalte! Man steht in beiden Schlaufen, entlastet ein Bein und schiebt die entlastete Schlaufe nach oben. Dann stellt man sich in die obere Schlaufe, entlastet dadurch die andere und zieht durch Hochschieben des Prusikknotens die zweite Schlaufe nach.
    [Am Sailhorsemast wäre mir das allerdings etwas zu wackelig ….]

    Gruß und Kompliment für diese eben erst entdeckte Website!
    Justus Pinckernelle.

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