Big Deal und Sunhorse haben die Nase vorne

Beim Sailhorse EuroCup der SVUH, TOP 5-Event auf Raceoffice, war das Segeln bis zum Schluss packend: Schafft es ein deutsches Boot nach Jahren auf den ersten Platz? Am Ende des 2. Tages führten die Rostocker Dirk Jahnke und Wolfram Vogt auf „Sunhorse”, doch nach 9 Rennen mussten sie sich „Big Deal 2” mit Bruno van der Heide und Dick Klasema geschlagen geben.

Die Ergebnisse

Big Deal bei der Vorbereitung auf die Rennen. Foto: O. Bolduan

Big Deal bei der Vorbereitung auf die Rennen. Foto: O. Bolduan

Sieger wurden die Favoriten Bruno van der Heide und Dick Klasema mit „Big Deal 2” (2015: 2. Platz, 2014: 1. Platz) und schafften es am dritten Wettfahrttag noch, die bis dahin führenden Rostocker Dirk Jahnke und Wolfram Voigt auf „Sunhorse” auf den zweiten Platz zu verweisen (2014: 3. Platz, 2015 ohne Teilnahme).


Die Schwager Bruno vd Heide und Dick Klasema (Leeuwarden) saßen mit Abstand am häufigsten in EuroCup-Siegerbooten. Bruno stand in den 39 ausgetragenen Eurocups 13 mal auf dem Siegerpodest, Dick 6 mal! Eine großartige Leistung


Strahlende Dritte waren Han van der Hoeven und Reyer van de Griendt auf „Pas de Deux”, während sich die Vorjahressieger Hans Keulen und Herman Stockman mit „Helter Skelter” dieses mal mit dem vierten Platz zufrieden geben mussten (2015: 1. Platz, 2014: 4. Platz).

Auch beim besten Mixed-Team gab es am letzten Tag noch einen Führungswechsel. Während Inken Greisner und Markus Willkomm nach dem zweiten Renntag mit „Inkus” auf Platz 6 lagen, mussten sie am dritten Tag mit Henk van Dijk und Elvier Custers auf „W. A. van Buren” trotz gleicher Punktzahl die Plätze 6 und 7 tauschen. Dabei leistete sich „W. A. van Buren” sogar, das letzte Rennen auszulassen.

Hier das EuroCup 2016 Ergebnis von Raceoffice.

Sieger unter sich: Big Deal 2 und Sunhorse. Foto: N. Altenhöner

Sieger unter sich: Big Deal 2 und Sunhorse. Foto: N. Altenhöner

Der Verlauf

Insgesamt wurden 11 Rennen gestartet, zwei wurden nach dem Start wieder abgebrochen, so dass 9 Rennen in die Wertung kamen, die sechs verschiedene Sieger sahen. Diese sechs belegten zum Schluss auch die ersten sechs Plätze, aber nur Big Deal schaffte es vier Mal auf den ersten Platz und gewann folgerichtig den Europacup.

Big Deal auf dem Wasser, Foto: N. Altenhöner

Big Deal auf dem Wasser, Foto: N. Altenhöner

Big Deal brauchte etwas, um sich an die bekanntermaßen unsteten Bedingungen der Berliner Gewässer zu gewöhnen, die ersten beiden Wettfahrten wurden auf dem 10. und 8. Platz beendet. Mit der 8. Wettfahrt fiel der zweite Streicher an, so dass die bis einschließlich Tag zwei knapp führende Sunhorse überholt wurde. Denn nun waren die vier ersten Plätze nicht mehr zu toppen.

Auch die Sunhorse leistete sich zwei Ausrutscher mit einem DNF und einem 13. Platz. Bemerkenswert: Im direkten Vergleich mit der Big Deal lag Sunhorse 4 mal vorne, Big Deal 5 mal. Das nächste Aufeinandertreffen soll, wie man hört, während der 81. Sneekweek stattfinden.

Helter Skelter lieferte die wohl konstanteste Regatta ab. Die schlechtesten Ergebnisse waren, bis auf die Disqualifikation in Rennen eins, zwei 7. Plätze – jedes andere Boot hatte schlechtere Platzierungen. Auch der dritte, Pas de Deux, leistete sich einen 20. Platz, der allerdings gestrichen werden konnte.

Kurios: Inkus belegte in Rennen drei trotz guten Verlaufs den 19. Platz. Weil sie mehrfach die Ziellinie überfuhr, zählte die letzte Überquerung! Man lernt nie aus.

In Rennen zwei gab es gleich zwei Disqualifikationen wegen Frühstarts. Überhaupt fiel auf, dass viele Boote oft zu früh an der Startlinie waren und vorher abbremsen mussten. Das führte zu dem ungewohnten Bild „jollenstartender” Sailhorse.

Die Bedingungen

Am ersten Renntag zeigte sich der Wind wie ankündigt von seiner eher schwachen Seite. Südliche und oft drehende Winde machten es Wettfahrtleiter Marc Rokicki und seinem Team schwer, eine Bahn auszulegen. Zur vorgesehenen Startzeit lag der Wind selbst in Böen nur bei 2 Bft. Das Warten lohnte sich dann insofern, als dass ein Rennen bei 4 kts, in Böen 12 kts, gestartet werden konnte. Während des Rennen tauchten sogar Böen von 14 kts auf, der Wind erreichte in kurzen Phasen 9 kts. Das reichte für ein Rennen.

Bei auf Ost drehendem Wind brachte der zweite Renntag durchschnittliche Windgeschwindigkeiten von knapp 4 Bft, so dass 5 Wettfahrten durchgeführt werden konnten. Zum ersten Start wehte der Wind mit durchschnittlich 10 kts, in Böen 15 kts. Er steigerte sich im Laufe der Rennen weiter und brachte durchschnittliche Werte von 12 kts und Böen in der Spitze von 21 kts.

Am dritten Renntag herrschte ein Wind von starken 4 Bft. Pünktlich zum Start sprang der Wind an und erreichte durchschnittliche Windgeschwindigkeiten von 10 kts, in Böen 16 kts. Er steigerte sich weiter bis zum Ende des Rennens auf 14 / 22 kts. Das blieb auch so zum zweiten Rennen während im dritten Rennen mehrere starke Schwankungen zwischen 10 kts und in der Spitze 26 kts verzeichnet wurden.

Die Organisation

Die Organisation des Europacups lag in den Händen von Marc Rokicki und seinem Team. Insbesondere die Gastfreundschaft der SVUH und die Organisation der Rennen wurde gelobt. Ausreichend Schlepper waren jederzeit vorhanden und nahmen auch die allerletzten mit (manchmal zum Unwillen der bereits pünktlich im Schlepp wartenden Sailhorse).

Kleinere und größere Schäden wurden noch auf dem Wasser behoben. Ein loses Pütting (hier zum Bericht „Warnhinweis Püttingmutter”) oder ein ausgerissener Lümmelbeschlag wurde mit Hilfe der begleitenden SVUH-Crews gerichtet. Ein Beobachter-Boot von SaF blieb beim Versuch, ein festsitzendes Regatta-Boot zu schleppen, selbst mit klemmender Schraube liegen, so dass beide in den rettenden Hafen geschleppt werden mussten. Ausfälle mussten von daher nicht verzeichnet werden. Die Kollision zweier Boote während des Startes zum zweiten Rennen führte allerdings zu deren Ausscheiden (ein auswertender Bericht folgt).

Schlepper und Pannendienst zugleich Foto: N. Altenhöner

Schlepper und Pannendienst zugleich: Ein klassisches Boot der SVUH beim Schlepp
Foto: N. Altenhöner

Hier ein Video von den Rennen und der Siegerehrung

Und hier noch einmal die Zusammenfassung:

AD Regatta Das Ist Regatta

 

2 Kommentare

  • Danke für die vielen Glückwünsche zum Vize-Europapokalsieger! Nächstes Jahr holen wir uns den Pokal! 😀✌️ Tolle Berichterstattung auf Eurer Internetseite!! Gibt es einen Bilderdownload für die eigene Verwendung?

    • Thomas Skerhutt

      Hallo Dirk,
      auch von meiner Seite noch einmal herzlichen Glückwunsch! Wir sammeln gerade Bilder verschiedener Fotografen (ich selbst konnte aus verschiedenen Gründen leider nur am Donnerstag fotografieren) und klären, welche Bilder wir für welchen Zweck verwenden können. Wir melden uns, sobald es etwas neues gibt!

      Viele Grüße
      Thomas

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