Vier-Klassen-Wettfahrt diesmal zu fünft

Es kachelt eigentlich immer während der Vier-Klassen-Wettfahrt, von ihren Freunden liebevoll „4KLWF” gerufen, zumindest solange ich mich erinnern kann (gut, das ist noch nicht so lange). 2015 zum Beispiel brachte den Verlust eines Funkgeräts und eine Sailhorse-Kenterung – was den Havaristen jedoch nicht davon abhielt, den zweiten Platz in der Gesamtwertung zu belegen.

2016 ist jedenfalls das Jahr der Schnapszahl: Zum 44. Mal veranstalten der Wander-Segler-Verein 1922 e. V. (WSV 22) und der Yacht-Club Stößensee e. V. (YCST) die 4KLWF. Termin ist in 2016 der 18. und 19. Juni 2016, Infos zur Meldung und zum Programm siehe hier.

Dabei ist die Unterstützung durch die beiden Clubs immer riesig und die Organisation perfekt, aktuell durch die Sportwartin Maren Kops-Wißmann und ihr Team.

Chef-Organisatorin mit Team im Einsatz – Foto: Christine Gerten

Sailhorse und die Vier-Klassen-Wettfahrt

Anlass für den Start war 1972 eine Jubiläumswettfahrt zum 50 jährigen Bestehen des WSV 22, die sich dann zur Vier-Klassen-Wettfahrt mauserte. Folkeboot, Sailhorse, Jakon und Varianta waren quasi die Gründungsmitglieder. Eine zuverlässige Konstante sind die Sailhorse, die von Anfang an dabei sind. Gut, die 20 teilnehmenden Sailhorse aus den 90er Jahren kommen nicht mehr zusammen. Dennoch wurde mittlerweile eine Tradition begründet, die einen Höhepunkt 1988 erfuhr, als der WSV 22 den Sailhorse-Eurocup veranstaltete (mit Martien und Aad Kempkes als verdienten Gewinnern). Seitdem sind auch die holländischen Boote gerne und häufig dabei.

Damit stellt die 4KLWF wohl das älteste deutsche Sailhorse-Klassenrennen dar.

Neben den Sailhorse sind in diesem Jahr Varianta, IF-Boote, Piraten und Microcupper vertreten.

Das Revier

Die 4KLWF wird in diesem Jahr wieder auf dem Wannsee ausgetragen.

Das vorgesehene Regattafeld  ist, was die Windverhältnisse angeht, oft nicht so konstant wie auf der Großen Breite abzustecken und verlangt auch mehr Aufmerksamkeit für die kreuzende Berufsschifffahrt.

Dabei ist das Segelrevier Unterhavel, zu dem der Große Wannsee zählt, mit 18 km Länge das größte zusammenhängende und auch attraktivste Segelgebiet Berlins.

Die Unterhavel ist besonders an den Wochenenden dicht befahren. Berufsschiffe (Ausflugsdampfer, Schubverbände, Frachtschiffe, WaschPo und Feuerwehr) haben grundsätzlich Wegerecht! Ansonsten gelten die normalen Ausweichregeln auf Binnengewässern. In Berlin besteht Führerscheinpflicht, d. h. mindestens ein Crewmitglied muss den Sportbootführerschein Binnen oder die nationale Lizenz seines Verbandes für ein Binnenrevier besitzen.

Das Wasser ist relativ flach, in der Regel zwischen 3 und 5 m. Mit Untiefen muss insbesondere bei den Havelinseln und Uferausbuchtungen in Havel-Fließrichtung, als an den jeweiligen Südseiten gerechnet werden.

Auch wenn die Havel ein Fluss ist: Die Strömung ist mit deutlich unter 1 Knoten/h gering bis vernachlässigbar.

Der Wind

In Berlin herrscht meist eine stabile Westwind-Wetterlage vor. Im Sommer kommt es selten zu Windstärken über 4 Bft.

Ein sehr stabiles Hochdruckgebiet über Polen bedeutet nord-östliche Schwachwind-Wetterlage. Doch je mehr das Hoch nach Osten wandert, um so besserer östlicher Segelwind ist zu erwarten. Auffrischender Wind bedeutet an den engen Stellen der Unterhavel kräftige Böen. Das musste im letzten Jahr auch eine Sailhorse mit einer Kenterung erfahren.

Zeichnung: A. D. / SaF

Zeichnung: A. D. / SaF

 

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