Warnhinweis Püttingmutter

Mitten im Schleppverband zur letzten Regatta fällt dem aufmerksamen Steuermann des Bootes 2611 auf, dass das Pütting der Oberwante an Steuerbord schief sitzt, das heißt, circa 1 cm zum Bug geneigt ist.

Keine Schraubensicherung

Von den Püttings führen je 2 Schrauben nach unten unter die Aussenkante des Bootes. Dort sind sie mit Muttern befestigt. Bei uns wird klar, dass eine Schraube noch fest sitzt, an der anderen Schraube fehlt die Mutter. Das Pütting sitzt schon so schief, dass das Schraubenende nicht mehr durch das Loch ragt.

Nach dem Lösen des Riggs und Druck auf den Mast gelingt es meinem Steuermann, auf schwankendem Boot, kopfüber mit den Haaren im Wasser, mit Kombizange und Schraubenschlüssel eine neue Mutter zu montieren. Dank dieser Leistung und der Unterstützung durch ein Begleitboot können wir weiter segeln. Hinterher erfahren wir, dass auch beim Boot 2610 lockere Muttern an den Püttings aufgetreten sind, dies war allerdings bereits zufällig an Land aufgefallen.

Pütting Ralf

Pütting an GER 2611 im befestigten Zustand. Foto: N. Altenhöner / SaF

Fazit

Die 2014 in den Niederlanden gebauten Boote 2610 und 2611 weisen keine Sicherungsringe oder selbstsichernde Muttern an den Püttings auf. Durch Erschütterungen beim Transport, vielleicht auch durch die Belastung beim Segeln lösen sich allmählich die Muttern. Dies stellt ein erhebliches Sicherheitsrisiko dar, weil der Mast bei entsprechendem Winddruck instabil werden und stürzen kann.

  1. Sailhorsesegler sollten überprüfen, welche Muttern an ihren Püttings verbaut sind. Diese sind am einfachsten zu erreichen, wenn das Boot auf dem Trailer steht. Bei unserem Boot sind es Muttern Typ M6, auf die ein 10er-Steckschlüssel (idealerweise mit langer Nuß) passt. Ein klassischer Ring- oder Maulschlüssel ist durch die Form des Süllrandes weniger geeignet. Die Muttern an den Püttings unterscheiden sich bei uns z. B. von den Muttern der Holepunktschienen (bei uns M5).
  2. Es sollten Sicherungsmechanismen wie zum Beispiel „selbstsichernde“ Muttern (Stoppmutter mit innerem Kunststoffring) oder „Loctite“ verbaut werden. Bauteile aus Edelstahl sind zu bevorzugen. Federringe werden nicht mehr empfohlen.
  3. Gelegentlich und zumindest nach längeren Autobahnfahrten sollte man die Festigkeit der Püttingmuttern überprüfen.
  4. Idealerweise hat man Ersatzmuttern der passenden Größe, sowie einen Steckschlüssel mit passender Nuß wenn nicht an Bord, doch zumindest im Kofferraum.

Ein Kommentar

  • Wichtiger Hinweis! Und dies gilt ja auch für weitere sensible Schraubverbindungen!
    Kleine (Produkt-)Ergänzung meinerseits:
    1. Das Wichtigste ist das richtige Zuschrauben, um die erforderliche Vorspannung zu erzeugen. Dabei darauf achten, dass keine Reibung z. B. durch Schmutz besteht, Einfetten ist hilfreich.
    2. Selbstsichernde Muttern als Stoppmuttern mit Kunststoff-Einlage sind nur einmal zu gebrauchen und sie gehören in die Kategorie „Verliersicherung”. Ein gewisses Lösen der Vorspannung ist möglich. Aber ein Verlieren wie es Euch passiert ist, natürlich nicht
    3. Schraubensicherungslacke, am bekanntesten die von der Firma Loctite, sind „losdrehsicher” – sie erhalten die Vorspannung. Empfehlenswert sind die mittelfesten (von allen Herstellern blau). Loctite empfiehlt auf Nachfrage für unsere Zwecke Loctite 2400 oder 243 (243 ist etwas unempfindlicher gegen Fette, und daher ein Allrounder, den man gerne für Fahrzeuge nimmt). Die festen Lacke sind übrigens rot und kaum wieder zu lösen.
    4. Federringe, -scheiben, Zahnscheiben u. ä. haben sich als unwirksam herausgestellt, die DIN ist ausgelaufen bzw. zurückgezogen worden.

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