Überlebt – Rodeo auf dem Sneeker Meer

Die Renntage in Sneek werden den Teilnehmern sicher in besonderer Erinnerung bleiben – insbesondere die Wettkampftage Zwei (Sonntag) und Drei (Montag). Der Wind blies am zweiten Tag so heftig, dass 10 Sailhorse wegen DNC oder DNF das Ziel nicht erreichten. Es gab Kenterungen, Ruder- und Baumniederholer-Brüche.

Der Wind steigerte sich noch an Tag Drei

Regattiers sprechen von durchgängig über 23 bis 27 Kts (6 Beaufort), in Böen über 30 Kts. (7 – 8 Beaufort). Mindestens die Sailhorse-Spitzengruppe fuhr ungerefft und mit Spi. Dabei wurden „wahnwitzige” Gleitfahrten mit nicht gekannten Geschwindigkeiten erlebt, bei denen die größte Schwierigkeit darin bestand, sich auf den aufbäumenden Segelpferden zu halten. Und ein neues Gefühl entstand: Wie bekommt man sein Boot wieder runter von der Gleitfahrt – denn ein durchgehendes Rennpferd lässt sich so schnell nicht wieder beruhigen.

Auch die Amwind-Kurse hatten es in sich: Bei entsprechendem Wellengang blieben die Boote in den Wellen stecken, bremsten ab, die Fahrt verringerte sich: Ein gefundenes Fressen für einfallende Böen. Wehe, wer seine Großschot nicht rechtzeitig dicht bekam!

Die Sailhorse und ihre Segler hielten sich überdurchschnittlich gut!

Erstaunlicherweise stellten sich die Sailhorse-Segler besser auf die Windverhältnisse ein als andere Klassen. Auch das Boot bewies mal wieder seine Starkwindtauglichkeit und Stabilität. Am „Rodeo-Montag” kamen „nur” noch 7 Sailhorse nicht ins Ziel. Zum Vergleich die Randmeer: 17 von 34 = 50 %, bei den Efsix waren es 4 von 9.

Foto: Eike Hoekstra

Begleitboote mit Vollbeschäftigung, Foto: Eike Hoekstra

Insgesamt wurden vier Klassen gar nicht erst gestartet, von den 775 eingeschriebenen Booten kamen insgesamt nur 359 Boote über die Ziellinie. 10 gerissene Segel wurden vom Segeldienst des Veranstalters repariert, die Ruder gingen in der Umgebung aus, Baumniederholer brachen, Schlosser machten Überstunden, neue Masten wurden eiligst aus Amsterdam herangeschafft. Weitere Rettungsdienste wurden kurzfristig engagiert. Kentern gehörte zum guten Ton, auch schon vor der Ziellinie. So wurde einer Randmeer der Süllrand von den Wellen abgerissen, so dass sie in kürzester Zeit hunderte Liter bestes Sneeker Wasser nahm.

Der Regattaleiter Beer van Arem sah keinen Grund dafür, die Rennen abzusagen. Für die erfahrenen Segler sei es wegen der stabilen Westwindlage ein fantastischer Tag gewesen, den man ihnen nicht zugunsten der weniger Erfahrenen vorenthalten wollte. Die Lage war wegen der Vielzahl an Begleitbooten jederzeit unter Kontrolle, also beste Bedingungen, mal 7 bis 8 Windstärken zu probieren!

An den übrigen Tagen zeigten sich die Bedingungen mäßiger. 3  – 4 Bft. mit allerdings teilweise stark wechselnden Windrichtungen machten das Segeln etwas leichter, dafür wurde es zum „Ausgleich” kühler und es blieb diesig. Nur manchmal zeigte sich die Sonne, das Wasser blieb allerdings aufgewühlt.


Wir ziehen jedenfalls den Hut vor allen, die bei diesen Bedingungen aufs Wasser gegangen sind, und haben den höchsten Respekt für diejenigen, die sich dagegen entschieden!


Die Sailhorse-Ergebnisse gibt es hier.

Folgendes Video gibt einen Eindruck vom zweiten Tag:

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