Es werde Licht!

SaF-Boote und Licht – ja kann man doch ab und zu gebrauchen. Die, die Fahrtensegler sind sowieso, die, die Abenddämmerung im Herbst genießen mögen ohne ständig auf die Uhr zu schauen und die, die vielleicht mal bei einer Nachtregatta wie den 60 sm von Berlin mitsegeln wollen.

Erstaunlicherweise kann man dazu nicht in ein Geschäft gehen und sagen: Hey, Mann, ich möchte Licht auf dem Topp, was brauche ich dazu? So haben wir z. B. bei Conrad mit drei verschiedenen Fachbereichen sprechen müssen, alleine um die Verkabelung für die Lampe herauszufinden. Oder um die Fragen, welche Lampe? Sicherung ja oder nein? Wo kommt die Energie her? zu diskutieren.

Natürlich führen alle Wege zum Licht, daher haben wir zunächst mal unsere Anforderungen definiert. Denn andere Anforderungen = andere Lösungen. Also:

  1. Ich brauche das Licht wirklich nur gelegentlich
  2. Ich brauche keine Lichterführung für den Motoreinsatz und habe auch keinen Motor als Ladequelle
  3. Ich will so wenig wie möglich basteln

Und schon geht’s los, quasi von „oben” nach „unten”:

Welche Lampe?

Weißes Rundumlicht? Ja, weißes Rundumlicht reicht bei Segelbooten aus (solange sie nicht einen Motor anwerfen). Aber ich möchte den anderen Menschen auf dem Wasser das Leben erleichtern und klare Signale geben, also habe ich mich für eine Segler-Dreifarbenlaterne entschieden. Ist auch nicht soooviel teuerer.

BSH-Zulassung? Boote unter 7 m Länge benötigen keine BSH-Zulassung. Hier reicht sogar eine „starke” Taschenlampe (als sogenanntes „Notlicht”). Aber es gibt keine LED-Seglerlaternen ohne BSH.

LED? Klar, ohne eigene Stromerzeugung ist man auf Batterien angewiesen …

Warum nicht gleich mit Ankerlicht? Das erfordert ein etwas Mehr an Verkabelung und einen Schalter, wäre allerdings auch eine Variante. Ich denke aber, zum Ankern reicht eine LED-Lampe oder ähnliches – einfach ins Topp gezogen – wenn wir denn tatsächlich mal mit einer Sailhorse im Dunkeln ankern sollten.

Warum keine Einzellichter? Bedeutet Kabelstripperei quer durchs Boot – wer will das schon auf einem SaF-Boot? Und billiger? In der Summe eher nicht.

Daraus folgt folgende Auswahl:

AQUA SIGNAL LED Dreifarbenlaterne Serie 34

Aqua SIGNAL Laterne

Quelle: www.svb.de/

Warum? Weil die Lampe bereits eine BSH-Zulassung hat. Kostet bei SVB 100,- EUR plus Versand (Sept. 2016). Ist also eindeutig die Sparversion. Besteht aus Polykarbonat. Wir haben auch niemanden gefunden, der etwas gegen Aqua Signal sagen könnte. Die Lampe tut, was sie tun soll. Es gibt nur einen Grund dagegen: Sie hat eine größere Grundfläche als z. B. der Masttopp einer Sailhorse, ragt also etwas über den Rand hinaus. Eigentlich nur ein optisches Problem …

K2W Lights LED Seglerlaterne S64

Quelle: K2wlights.de

Quelle: K2wlights.de

Kostet mehr (ca. 240,- EUR), besteht dafür aus hochwertigeren Materialien wie seewasserfestem Aluminium, Edelstahl und witterungsbeständigem Boroglas (soll sehr hart sein). Und sie passt auf ein kleines Masttopp. Es ist möglich, gleich die richtige Kabellänge zu bestellen, dann hat man eine Verbindungsstelle und Störquelle weniger. Soll 60.000 Betriebsstunden und damit länger als die anderen halten – aber ob ich solange noch segeln werde?

Was sonst noch?

Es gibt noch Lopolight und Hella Marine, ebenfalls mit BSH-Zulassung, doch die sind deutlich teuerer und qualitativ bestimmt nicht besser als die K2W Lights. Außerdem soll Lopolight eher etwas für Motorboote sein, da sie für Segler einen zu schmalen Lichtkegel aufweisen.

9,0 m Steuerleitung 2 x 1,0 mm Querschnitt

Die Masthöhe der Sailhorse ist 8,30 m plus Verschnitt und Verlegen, ich habe 9,0 m bestellt und kann einen Teil abschneiden, um die Leitung unter dem Dom – nach dem Verbindungsstecker – fortzuführen. Bspw. Best. Nr. 602963 bei Conrad oder gleich mit der Lampe mitbestellen. Wer die Lampe mit Ankerlicht wählt, sollte gleich eine vieradrige Leitung (Sockelanschluss ohne Kabel, 3 mal Plus, 1 mal Minus) nehmen. Z. B. Best. Nr. 602962 bei Conrad. Die Leitung ist für sehr rauen Einsatz im Freien geeignet. Die zweiadrige Variante ist etwas zu dünn für die Lampenzuführung zur Aqua Signal (gefordert sind 8 – 10 mm Außendurchmesser). Muss man also noch nachdichten – unschön.

Rechnerisch reichen würden laut Conrad auch 2 x 0,5 mm. Aber da gibt es Bedenken wg. Korrosion, daher 1,0 mm und verzinktes Kabel, dann geht nichts schief.

Ich habe das Kabel im Mast verlegt (verlegen lassen) mit einer Rohrleitungshülle, um ein Verheddern mit Fallen im Mast auszuschließen. Muss aber gegen Klackern gesichert werden. Ein Tipp: Alle 30 cm Kabelbinder, deren lose Enden Abstand zum Mastprofil halten. Nicht sehr elegant, aber man sieht es ja nicht und soll funktionieren.

Wasserdichte Adapter Stecker-Buchse 2 Pole, IP 68

Warum? Nun, der Mast will ja mal gelegt oder sogar abgenommen werden. Und da der Durchlass vom Dom unter Deck möglichst klein gebohrt werden sollte, passen die Stecker von der Batterie nicht mehr durch. Also sollte eine Steckverbindung am Kabelaustritt in der Nähe des Mastfußes existieren. Ich habe die Steckverbindung von Conrad Best. Nr.: 1094579 geordert. Ist aber nicht empfehlenswert. Die Einlässe sind viel zu groß und sichern die Kabel weder gegen Zug noch gegen Wassereintritt, da helfen auch keine O-Ringe an der Verbindung selbst.

Also doch noch mal zur Bootszubehör-Apotheke und Philippi Kupplungsstecker, Flanschdose, Aufbaugehäuse und Schutzkappe, jeweils 2-pol Typ 692 gekauft und 35 EUR bezahlt. Dafür habe ich eine echt elegante und wasserdichte Schraub-/ Steckverbindung.


Nachtrag im April 2017:

Auch die Philippi Kupplungsstecker-Variante hat sich, trotz „Eleganz”, als nicht praktikabel erwiesen. Irgendetwas bleibt immer daran hängen, wie immer im falschen Augenblick. Ob Fock, Genua oder Fuß. Auch war sie sehr störanfällig, ob aus sich heraus oder durch das ständige Anstoßen, wer weiß. Und so sind wir das eine oder andere Mal in der falschen Annahme gesegelt, das Licht würde brennen …

Daher haben wir nun das Kabel einfach durch den Dom gezogen und per Lüsterklemme angeschraubt. Nicht sehr schön, aber funktioniert zuverlässig.


9 V I Spritzwasserschutz

Batteriepack mit Halter und Klemme

Batteriepack mit Halter und Klemme

Warum? Nun, wir müssen ja noch eine Verbindung von der Steckverbindung zum Batteriehalter schaffen. Die Verbindung ist in der 9 V-Version an- und absteckbar: Achtung: Sie heißt nur 9 V wegen der Form, hat nichts mit der Spannung zu tun.

Die Version mit der Conrad-Bestellnummer 650514 soll sehr gut für vielfaches An- und Abstecken geeignet sein und tut nach meiner bisherigen Erfahrung, was sie tun soll. Auf einen Schalter habe ich verzichtet: Zusätzliche Fehlerquelle und soviel Erleichterung bringt es auch nicht.


Nachtrag im April 2017:

Einen einfachen Druckschalter habe ich nun doch in das Kabel eingesetzt. Das Aufstecken der 9 V-Klemme in der Dämmerung unter dem Dom ist doch etwas umständlicher als der Schalter.


Batteriehalter 10 Mignon AA und eneloop 1.900 mAh, 1,2 V

Als Energiequelle habe ich 10 Mignons AA mit einer Nennspannung von 10 x 1,2 V = 12 V gewählt, die durch Batteriehalter mit Reihenschaltung produziert werden.

Warum Mignon? Die Größe AA ist überall zu bekommen, werden auch bei GPS oder Taschenlampe eingesetzt, erfordern kein besonderes Ladegerät und haben eine Kapazität, die locker ausreicht, um eine Nacht zu überstehen. Siehe auch hier und hier.

Warum Mignon 2? Man braucht in dieser easy-Version weder Schalter noch Sicherung. Anstecken des Batterieclips: Licht an, Abstecken: Licht aus. Es gibt wohl die Meinung, dass eine Sicherung doch keine schlechte Idee wären, denn so ein Akku-Pack kann auch heiß werden. Wer sicher gehen will, kann eine Flachsicherung hinzufügen.

Warum kein Blei-Akku, Gel-Akku oder ähnliches? Für Fahrtensegler sicher eine gute Alternative. Moped/Roller-Akkus, LiFePo4-Akkus oder die Batterien von Akku-Schraubern sind wohl leistungsstärker. Doch selbst ein einfacher Conrad-7-Ah-Vlies-Bleiakku für 20,- EUR wiegt seine 2,5 kg, mein Mignon-Block 250 g. Der ist wirklich einfacher zum Nachladen zu transportieren und zu handeln. Außerdem benötigen sie Schalter und Sicherung. Es gibt vehemente Vertreter von Modellbau-Akkus der neuesten Generatio (LiFePo4). In einem Modellbau-Laden riet man mir aber ab: Nicht unriskant wg. Hitzeentwicklung, immer noch pflegebedürftig, eigenes Ladegerät erforderlich, Preis-/Leistungsverhältnis von eneloop wird nicht erreicht.

Die Lampenhersteller sagen zur erforderlichen Spannung: 12 V +/- 20%. Da vollgeladene Akkus wohl gut 1,4 V haben, ist die Belastung für die Lampe grenzwertig. Sollte sie aber aushalten, da auch Lichtmaschinen schon mal 14,4 V Bordspannung abgeben. Vielleicht werden die LEDs manchmal wärmer, vielleicht verlieren sie dadurch etwas an Lebensdauer, aber bei den o. g. Voraussetzungen (60.000 Betriebsstunden!) wäre das nicht relevant.


Nachtrag im April 2017:

Der Batteriehalter hing zunächst unter dem Dom in einem Säckchen. Er hielt die Akkus jedoch nicht zuverlässig. Daher haben wir noch ein Gehäuse bei Conrad besorgt, den Batteriehalter eingepasst und eine Öffnung für die Steckverbindung gefeilt. Auf die Rückseite und an die Maststütze haben wir Klettband geklebt. Wenn nun die Akkus nachgeladen werden müssen nehmen wir das Gehäuse ab, öffnen es, nehmen es heraus und klemmen die Steckverbindung ab. Das geht sehr einfach.


Zum Abschluss

Ich will nicht Conrad empfehlen, bekomme auch keine Prozente. Auch gibt es andere wie Voelker oder die Segel-Fachgeschäfte. Aber ich habe mich beim Suchen schwer getan, daher finde ich konkrete Hinweise hilfreich – mögen sie nützen.

Ich habe auch meine Argumente aufgeführt, denn für andere Segler gelten vielleicht andere Argumente, und dann kommen auch andere Ergebnisse dabei heraus. Die Standard-Lösung gibt es (leider?) nicht – auch nicht bei SaF!


Nachtrag im April 2017:

Wir haben mal einen Dauertest gemacht und nach 25 Stunden abgebrochen. Nach ungefähr 22 Stunden wurde die Lichtmenge spürbar weniger, aber es leuchtete und leuchtete und leuchtete …

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