Gewusst wo und was – Teile für die Sailhorse

Viele Bestandteile der Sailhorse sind Standard-Teile, die im einschlägigen Fachhandel erworben werden können. Bei einigen Teilen weiß man aber nicht, wer der Hersteller ist, was das Finden erschwert. Um hier ein wenig Unterstützung für unsere LeserInnen zu bieten, gibt es an dieser Stelle eine Sammlung von Standard-Ersatzteilen, die ständig erweitert werden soll.

Los gehts:

Segel

Es gibt eine Reihe von Segelmachern, die One-Design-Segel für die Sailhorse schneidern. Segel, Segeltuche und Herstellern haben wir in drei Artikeln („Segeltuche”, „Segelmacher” und „Tipps zur Bestellung”) ausführlich beschrieben. An dieser Stelle wollen wir vier Segelmacher aus drei Ländern aufführen:

Deutschland: Samsails in Berlin

Niederlande: Zeilmakerij Molenaar und De Vries

Polen: T&J Sails

Rigg

Mastprofil

Hersteller des Profils mit 66 x 90 mm ist das französische Unternehme AG+, der das Profil unter der Bezeichnung D66 führt. Dieses Profils wird u. a. auch auf Tempest und Yngling-Booten gefahren. Das Trägheitsmoment beträgt 32×44,7 cm4, das Gewicht ist 1,45 kg pro Meter. Der Vertrieb in Deutschland erfolgt über Hahnfeld in Bremen und Plan und Tat in Ammerbuch.

Baum

Die Sailhorse-Bäume stammen von Selden. Daher sind dort auch die Ersatzteile zu finden. Die Bäume auf Seite 32, die Beschläge auf Seite 33 und die Baumrutscher auf Seite 34. Hier gibt es auch so schicke Teile wie ein Baum-Endschutz gegen zerkratzte Backskisten. Die Seitenzahlen beziehen sich auf den Selden-Katalog.

Pütting

Pütting mit Gummikragen – Foto: N. Altenhöner

Pütting mit Gummikragen – Foto: N. Altenhöner

Die Püttings sind schwierig zuzuordnen, da die Maße der an den Sailhorse verwendeten Püttings verschieden sind. Generell werden U-Bolzen oder U-Bolzen mit Gummikragen verwendet. U-Bolzen z. B. von Allen mit den Merkmalen Edelstahl 1.4401; M5; Innenabstand 25 mm oder Wichard Edelstahl 1.4567; M5/M6; Bruchlast 2.000/3.000 kg; Innenabstand 23 oder 26 mm. Also vorher messen!

Fallenspanner

Der „Standard”-Spanner für das Vorsegel war ein einfacher Fallen- oder Hebelspanner aus Edelstahl von Allen, Gesamtlänge der 6 Aussparungen der Stufen (Spannweg): 75mm.

Ein beliebte Alternative ist ein „Bier-Strecker” (nach dem Erfinder, einem Berliner namens Bier) oder „Taljenkasten”. Hersteller sind:

  • Allen (Original: „Muscle Box”) mit den Merkmalen: Kugelgelagerte Rollen, Spannweg 147 mm, Untersetzung 7:1 Tauwerk DYNEEMA, Gehäuse Aluminium eloxiert und verstellbare Gabel.
  • HS Sprenger: Untersetzung 1:6 oder 1:8, Hub 205 mm.

Bei den Booten des Typs „G” wird der HS-Strecker 1:8 Unterdeck auch für das Großfall eingesetzt.

Jahn-Spanner, Foto: N. Altenhöner

Natürlich ist auch eine einfache und offene Taljenkonstruktion möglich, die von einigen bevorzugt wird, da die „Abläufe” im geschlossenen „Bier-Kasten” nicht zugänglich sind.

Ein Besonderheit haben wir bei der Bootswerft Jahn gefunden. Hier gibt es noch einen Restposten sehr solider 8-Scheiben-Fallenspanner aus dem DDR-Hochleistungs-Segeln. Die kleine Version (Hub ca. 80 mm) zu 10,- die große Version (Hub ca. 180 mm) zu 15,- EUR/Stück.

Rumpf

Lenzer

Die auf der Sailhorse eingesetzten Lenzer sind wohl die Super Max-Lenzer von Elvström/Andersen aus Edelstahl mit den Merkmalen: Lenzöffnung: 540 qmm, Lochabstand (Mitte Loch) Längs 61 mm, quer 66 mm, Montageausschnitt 54 x 110 mm.

Inspektionsverschluss

Wenn man drauf tritt, bricht er schon mal leicht: Inspektionsluke oder -verschluss als Schraubverschluss aus Polypropylen mit dem Durchmesser 102 mm. Hersteller ist Mare Mosso. Auch Holt stellt einen Inspektionsverschluss her, allerdings in etwas anderer Ausführung (100 mm), so dass er nur mit Auswechseln der Fassung funktionieren dürfte.

Drehbasis

Eine (einfache) Drehbasis gibt es von HS Sprenger (Arbeitslast 300 kg, Höhe 40 oder 75 mm, Leinendurchmasser max. 10 mm, auf 180°, 2310° oder 360° einstellbar), aber auch von Harken, Ronstan, Allen und RWO. Eine doppelte für ein Zweigangsystem wohl nur von Harken.

Kiel

Der neue, seit 2014 verwendete Kiel, wird von Davids Machines & Speciaal Constructies B. V. in Budel, Noord-Brabant (NL) produziert. Übrigens: Über Jesse van Juijk aus Budel den jungen Mann, der quasi das Profil des Sailhorse-Kiels inspirierte, hat (u. a.) Spiegel Online 2009 einen netten Artikel geschrieben.

Ruder

Rudersystem

Die neue, einteilige Sailhorse-Ruderanlage mit einem Blatt aus einem Balsa-Carbon-Gemisch, die die veränderten Klassen-Vorschriften ausnutzt, wird von tebsail hergestellt.

Ruderblatt

Epoxy-Ruderblätter für Saihorse, Efsix, Randmeer und ein Blatt aus dem Balsa-Carbon-Gemisch gibt es von TEB sail im friesländischen Grou.

Pinnenausleger

Er sollte teleskopierbar sein. Auf 160 cm im ausgezogenen Zustand wäre gut, auf 180 cm besser. Schlechte Erfahrungen wurden mit Pfeiffer Marine gemacht, auch mit der Gewährleistungsabwicklung über Segelladen.

Beliebt sind die Produkte mit Gummigelenken von Ronstan RF 3132 (107 bis 177 cm ohne Tausicherung, springt schon mal raus) und HS Sprenger 38867 (110 bis 180 cm mit zusätzlicher Tausicherung). HS Sprenger gibt es auch mit Niro-Pinnengelenken (Art. Nr. 38865). Etwas gewöhnungsbedürftig, dann aber sehr zuverlässig.

Rudernägel

gibt es wiederum von HS Sprenger.

Weiteres

Hochpersenning

Hoch-, Segel- oder Rollfock-Persenninge für Efsix und Hochpersenninge für Sailhorse und bietet Aquanautic Bootszubehör an. Das Angebot reicht von einer Hochpersenning mit einem Airtex (Polyester mit Acylatbeschichtung und Teflos-Imprägnierung)-Tuch von 240 g/qm, Klett- und Schnellenverschlüssen, Reihleine und Ballasttaschen über eine PE- bis zu einer PVD-Variante.

Transportpersenning

Bootszubehör Maier bietet ebenfalls Zelt- und Hochpersenninge aus PVC 400g/m², AIRTEX® oder Polycotton für Sailhorse und Efsix an. Darüber hinaus noch eine Transportpersenning, da in dieser Situation der Mast ja bekanntlicherweise liegt. Tipp: Zweite Kausch für die Mastabspannung mitbestellen. Noch ein Tipp: Maier schreibt „Sail Horse” – falls Ihr die Suchfunktion benutzen wollt.

Oder gleich eine Baumstütze bauen und die dazu passende Reisepersenning von Teunissen wählen.

Kunststoffe, Farben

Alles um professionelle Klebemittel, Harze, Farben nebst vertiefenden Informationen findet Ihr bei folgenden empfehlenswerten Anbietern:

Time Out Composite oHG in Bornheim – rühriger Online-Shop für Epoxidharz, Antifouling, Bootslack & mehr

Die Harzspezialisten im bayerischen Regen bieten alle Basisharze, darunter Vinylesterharze, auch für Endverbraucher zu sehr guten Preisen an

Adolf C.C. Rüegg GmbH & Co. in Norderstedt oder NautiCare in Mönchengladbach – hier werden auch die Sailhorse-Originalfarben von De Ijssel vertrieben. NautiCare vertreibt auch Reparatur-Sets von De Ijssel unter Eigennamen.

M.u.H. von der Linden GmbH in Wesel – sicher eine der renommiertesten Adressen wenn es um Verarbeitung hochwertiger Epoxidharze sowie Farben und Lacke geht. Von der Linden ist Vertreter von West Systemen, zu deren Einsatz es allerdings auch negative Erfahrungen gibt. Dort gibt es auch Videofilme zum Refit.

13 Kommentare

  • Hallo,

    zufällig habe ich bei RWO auch einen „Bierstrecker“ im Angebot gefunden, Modell R4530. Hier der Link:
    http://www.rwo-marine.com/products/productdetail.php?code=R4530

    LG,
    Manuel

  • Pingback: Ruder Tuning oder: Bliev jraduss - sailhorse-and-friends.eu

  • Ruderblätter und vieles Anderes gibt es hier:
    http://www.sailhorseshop.de

    Dort gibt es Fock Schienen Gleiter mit dem seltsamen Profil, der hat bei mir gepasst – Teil 4503

  • Hallo Sailhorse Freunde, ich bin gerade dabei unsere Sailhorse zu renovieren und suche einen Lieferanten für die Scheuerleiste. Könnt ihr mir da einen Tipp geben? Danke Gruß Christian

    • Hallo Christian!
      Es gibt ja je nach SH-Typ verschiedene Scheuerleisten. Welchen Typ hast Du denn?
      Empfehlenswert wären Scheuerleisten aus Edelstahl. Da gucke ich gerne bei: http://inox-expert.com/ Ich habe aber auch schon gesehen, dass einfach Alu-Schienen genommen werden. Die haben den Vorteil, 1. günstiger, 2. Löcher sind schon vorgebohrt.
      Wenn Du die „Gummileisten” hast, schau z. B. bei Adolf C.C. Rüegg nach (im Artikel unter Kunststoffe, Farben), der hat Profile aus Moosgummi, Vollgummi und EPDM sowie Spezialkleber. Da er viele Produkte aus Holland führt, vermute ich mal, er hat auch die bei der SH verwendeten.

  • Justus Pinckernelle

    Noch eine Frage zu den Beschlägen – konkret den Fock- und Genua-Schotschienen:

    Die älteren Sailhorses [auch noch meine von ca. 1999] haben für die Schotblöcke Schienen aus profiliertem Edelstahlblech. Da sie relativ tief profiliert sind, muß der Pin zum Fixieren der Rutscher recht lang sein. Die heutigen Rutscher aus Aluguß greifen nicht lang genug in die Lochreihen und halten deshalb nicht die eingestellte Position des Blocks.

    Wer weiß, wo die passenden Gleiter/Rutscher zu kaufen sind? Ich besitze nur einen Satz und habe keine Lust mehr, bei Segelwechsel zwischen Fock und Genua die Blöcke auf die vordere/hintere Schiene umsetzen zu müssen ….
    Gruß, Justus Pinckernelle.

    • Norbert Altenhöner

      Hallo Justus,
      meinst Du diese: (http://bootsport.sprenger.de/schienen-schlitten/schlitten.html)?
      Ich habe die Maße jetzt nicht hier, aber die Grundausrüstung der Sailhorse ist oft von Holt/Allen bzw. HS Sprenger. Die Schienen sehen auf der SH etwas anders aus, es sind aber auch T-Schienen.
      Wenn Du gemessen und probiert hast: Lass uns wissen, ob sie funktionieren, dann nehmen wir sie mit in die Liste auf.
      Seglerische Grüße

      • Justus Pinckernelle

        Moin Norbert,
        nein – diese Schlitten sind leider die, die nicht passen.
        Es gibt diese Schlitten in jedem Segel-Fachgeschäft, zum Beispiel bei AWN oder auch bei Top-Licht hier in Hamburg. ABER: der Pin ist für eine Nutzung in den alten auf den Sailhorses seit den 70ern verwendeten Schienen nicht lang genug, d.h. der Schlitten läßt sich nicht in bestimmter Position fixieren sondern rutscht weiter.
        Ich habe immer ein Muster der Schiene im Auto dabei und teste im Laden – bisher ohne Erfolg.
        Im Ergebnis müßte ich wohl die Schienen auf die modernen Aluprofile umrüsten, um den Schotblock mit dem Rutscher nicht dauernd umsetzen zu müssen, wenn mal die Segelfläche verändert werden soll.
        Ich gebe natürlich Bescheid, wenn ich mal fündig werden sollte.
        Herzlichen Gruß, Justus Pinckernelle.

        p.s.: Du schreibst richtig: Die Schienen sehen auf der SH etwas anders aus – ich habe soeben von der Schiene ein Photo gemacht. Wohin kann ich dieses senden? JEP.

        • Norbert Altenhöner

          Hmm, ich meine, unsere Schiene schon mal bei AWN gesehen zu haben und dann müsste es ja auch Schlitten dazu geben. Möglicherweise waren das keine ausgesprochenen Fockschienen … Aber vielleicht spielt mir meine Erinnerung einen Streich. Ich habe auch noch ein Schien, die werde ich mir auch mal ins Auto packen …
          Dann bleibt Dir nichts anderes als der „Import”: Z. B. hier: http://www.sailhorseshop.de/sailhorse-teile/rumpf/fock-genua-schienengleiter
          Foto kannst Du an meine Adresse schicken: norbert@sailhorse-and-friends.eu
          Aber ich vermute mal, das sind schon die Richtigen.

          • Justus Pinckernelle

            Danke Norbert,

            der Sailhorseshop scheint genau die richtige Adresse zu sein. Jedenfalls ist dort die Schiene abgebildet, die ich meine – dann werden auch die Schlitten die passenden sein.

            Beste Grüße und eine schöne Sailhorse-Saison 2017!
            Justus Pinckernelle.

  • Klaus Welling

    Alles super, aber mir fehlt die Abteilung „Trailer“!

    • Hallo Klaus,
      was meinst Du mit „Abteilung Trailer”?
      Meinst Du, wer angepasste Trailer liefert? Da könnten wir welche nennen (sehr beliebt der DINO-Kipptrailer, Heinemann gibt es ja nicht mehr)
      Oder Ersatzteile für Trailer?
      Ersatzteile hängen ja von dem Hersteller des Trailers ab, bzw. es sind oft Standardteile, die es sogar in Baumärkten gibt.
      Seglerische Grüße

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