TRULLALA vom TSC gewinnt längste Regatta Berlins

von Ralf Wassmuth

Jedes Jahr zu Pfingsten richtet der Club Nautique Français de Tegel (CNFT) am Tegeler See die 24 heures de Tegel für Randmeer-Boote aus.

Auch in diesem Jahr war der Start am Pfingstsamstag um 14:00 Uhr. Die Boote segelten Tag und Nacht bis Sonntag 14:00 Uhr in einem up-and-down-Kurs über den Tegeler See. Damit kann die Regatta mit Fug und Recht als „längste Regatta Berlins” bezeichnet werden.

Die Regeln sind einfach: Wer die meisten Runden schafft, hat gewonnen. Die Mannschaft wechselt in der Regel in 4-Stunden-Schichten während langsamer Vorbeifahrt am Steg. Pausen und Festmachen sind nicht erlaubt.

16 Boote am Start

Offensichtlich sind die 24 heures de Tegel ein sehr beliebtes Format. Denn es waren sensationelle 16 Boote mit jeweils mehreren Crews am Start, das hat es nach unseren Informationen seit Beginn der Veranstaltungen im Jahr 1982 nicht gegeben. Neben den Booten aus den Nachbarvereinen und den ehemals alliierten Partnervereinen Deutsch-Britischer Yachtclub und Amerikanisch-internationaler Yachtclub waren erstmals ein Team von der Schulinsel Scharfenberg als auch der WSV22 vom Stössensee dabei.

Die Wettfahrt

In diesem Jahr herrschte erfreuliches sonniges Wetter. Es gab ausreichend Wind zum Segeln, auf dem See mit Böen um die 5 Bft. In der Malche, einer geschützten Bucht am Nordende des Tegeler Sees, machten Landabdeckung und Flautenlöcher die Tonnenrundung immer wieder zum Nervenkitzel.

Die meisten der teilnehmenden Boote sind älterer Bauart und dienen wegen ihrer Gutmütigkeit und ihres großen Cockpits in den Vereinen als Club- und Ausbildungsboote. Viele Regattateilnehmer segeln sonst andere Boote und sind mit den Feinheiten einer Randmeer weniger vertraut. So steht bei Vielen der olympische Gedanke „dabei sein ist alles“ im Vordergrund.

Aber, so hiess es, die Gastgeber und auch der benachbarte Tegeler Segelclub TSC hatten in diesem Jahr in mehrere Sätze neuer Segel investiert. Beim TSC war zusätzlich Ehrgeiz und Siegeswille erkennbar, was dem Boot TRULLALA am Ende auch den verdienten Sieg eintrug. Während das letztplazierte Boot 22 Runden und das Mittelfeld 24 Runden schaffte, absolvierte das Siegerboot in gleicher Zeit 27 Runden über den See. Ein eindrucksvoller Sieg, der Respekt abnötigt.

 

Der besondere Reiz

der Veranstaltung liegt aber ganz klar in der herzlichen Gastfreundschaft und der perfekten Organisation der französischen Gastgeber. Der CNFT macht ein echtes Fest aus der Regatta. Es wird gezeltet, gegrillt, gekocht, getrunken. Ein Heer an Freiwilligen aus der Küche räumt ständig leere Schüsseln vom Buffet und füllt es mit neuen Köstlichkeiten auf. Das ganze Treiben wird umfassend auf Foto und Film dokumentiert und kann in Kürze auch auf den Seiten des CNFT eingesehen werden.
Wer eine ungewöhnliche und freundliche Segelveranstaltung mit Flair sucht, ist hier richtig. Und nicht zuletzt: Die Gelegenheit, ein heimisches Revier auch mal in der Dämmerung oder bei Sonnenaufgang zu besegeln, ist ebenfalls ein Anreiz, im nächsten Jahr gerne wiederzukommen.

Siegerehrung durch den Präsidenten des CNFT, Alain Guigonis.
Foto: S. Raich

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