Berlini-Cup 2018 – Rennen mit Hindernissen

von Ralf Waßmuth

Drei Klassen versammelten sich am 2. und 3. Juni am idyllischen Tegeler See: Neben den Sailhorse kamen Europes und Variantas, letztere gute Bekannte von der Vier-Klassen-Wettfahrt.

Zäh verlief diesmal das Einsammeln der Segelpferde

Alles locker auf Red Horse – Foto: G. Braun

Am Ende wurde auch noch die Spandauer Schleuse gesperrt, was den Booten von der Unterhavel die Anreise auf dem Wasserweg versperrte. Die Gastgeber vom SC Freia konnten ihr Clubboot nicht besetzen, die Sailhorse-Anrainer vom Tegeler See hielten sich ebenfalls zurück. So dass auf dem Wasser letztlich nur vier Boote waren, die meist per Trailer anreisen konnten.

Die meisten Wetter-Auguren hatten ausgiebige Regenschauer und Gewitter verkündet, zudem schwachen Wind um 2 Bft. Doch sie fehlten. Nur der „Windfinder” sollte Recht behalten. Es gab am Samstag 3 – 4 Bft, am Sonntag immerhin 3 Bft. Bis auf zaghaften Sprühregen am Sonntagmorgen vor dem Start blieb es trocken. Es war zwar morgens recht trübe auf dem See, insgesamt herrschten aber bessere Bedingungen als im Vorjahr. Und zum Sonnenbrand reichte es auch, wie der unvorsichtige Autor bestätigen kann.

Es gibt Westwind mit häufigen Drehern nach Nordwest sowie die berüchtigten Tegler Windablenkungen durch Landabdeckung.

Der Sonntag brachte auch eine Seltenheit. Alle Bahnmarken steuerbord lassen. Das bedeutete nach aktueller Regellage an jeder Luvtonne dreimaliges Wechseln der Vorfahrtsituation. Gut, dass die Felder klein waren!

Dass INKUS sich in 4 Rennen viermal an die Spitze setzte

Inkus ist schon weg … Foto: G. Braun

war keine große Überraschung – und doch beeindruckend. Wie das Team jeden Windhauch interpretiert und nutzt ist schon toll. Doch die Beherrschung des Spi-Segelns macht den Unterschied.

Dahinter war es enger, als die finale Tabelle suggeriert. Die falsche Seitenwahl auf der Kreuz, Berührung der Luvtonne mit Strafkringel, suboptimale Spi-Manöver, zeitweilige Desorientierung vor dem Zielschiff oder im falschen Moment kreuzende Passagierschiffe waren nur einige der Missgeschicke, die die Reihenfolge im Verfolgerfeld immer wieder durcheinander wirbelten.

Auf RED HORSE löste sich zudem mitten im Rennen der Großschotfußblock vom Bootsboden. Entsetzen über niederländische Bootsbaukunst machte sich breit, der Steuermann musste notgedrungen und unter lautem Klagen mit vierfacher statt mit sechsfacher Übersetzung weiterfahren. Dank engagierter Hilfe der Klassenkameraden konnten nach der Kaffeepause am Nachmittag die Bohrlöcher mit Epoxy verfüllt und am Morgen vor dem letzten Rennen der Block wieder neu eingeschraubt werden. Er hat zumindest einen Renntag bei 3 Bft. überstanden.

ZOTTEL konnte sich am Ende viermal einen zweiten Platz sichern

Zottel nimmt die Verfolgung auf – Foto: G. Braun

Eine Runde war Zottel sogar vor INKUS in Führung. Am Sonntag lag ZOTTEL dann allerdings zeitweise sogar hinten auf Platz 4, nutzte dann aber einige der o. g. Missgeschicke SMILEYs zum Überholen und konnte auf der Zielkreuz dank besserer Seitenwahl den Rückstand auf RED HORSE aufholen und so erneut den zweiten Platz sichern. Wieder einmal der Beweis: Niemals aufgeben!

Was aus dem Berlini-Cup in 2019 wird, bleibt abzuwarten

Wegen der zurückgehenden Meldungen in allen Klassen denkt der Verein über ein Yardstick-Format für die Zukunft nach.

Boot

Rennen 1

Rennen 2 Rennen 3 Rennen 4

Gesamt

INKUS

1

1 1 1

1

ZOTTEL

2

2 2 2

2

RED HORSE

3

3 4 3

3

SMILEY

4

4 3 4

4

CAPRIOLE

DNC

JOLLY JUMPER

DNC

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