Klassenvorschriften – eine (un)endliche Geschichte?

Die niederländische SSC hat es sich zum Ziel gesetzt, die Sailhorse-Klassenvorschriften in den beiden verbliebenen Klassenvereinigungen in den Niederlanden und in Deutschland zu vereinheitlichen. Denn das sind sie nicht, was den einen oder die andere vielleicht überraschen dürfte.

Es existieren zwar seit 2015 eine (neue) niederländische und seit 2016 (erstmalig) eine deutsche Klassenvorschrift (KV), aber keine vereinheitlichte KV der International Sailhorse Class Association (ISCA).

Der Weg zu einer Vereinheitlichung hat sich als langer und steiniger Weg herausgestellt und ist auch noch nicht abgeschlossen – wie Henk van Dijk, zuständig für technische Fragen beim SSC, nun in der aktuellen Horse Voer schildert.

Was bisher geschah

Die ISCA hatte bereits mit ihrer Gründung 1973 eine Klassenvorschrift aufgestellt, die in einer deutschen Version in Deutschland galt und in größeren Abständen (zuletzt 1985) modifiziert wurde. Anlass für Modifikationen waren die technischen Änderungen an der Sailhorse selbst. Aber auch World Sailing (WS, früher ISAF) als Weltverband der nationalen Segelverbände entwickelte ihre Regeln weiter, die dann wohl noch von den nationalen Verbänden (Watersportverbond, früher KNWV und DSV) unterschiedlich „interpretiert” wurden.

Auch in den Niederlanden gab es immer wieder Modifikationen, die auch der deutschen SKV mitgeteilt wurden, doch damit hatte es sich.

Ein erster Versuch der Wieder-Vereinheitlichung scheiterte 2002.

Ein neuer Versuch im Rahmen der ISCA startete 2011, der mit drei (niederländischen) TVEs bis 2014 begleitet wurde und in die KVs von 2015 / 2016 mündete.

In den Niederlanden hatte es dann im Dezember 2017 eine weitere TVE, eine „Technische Versammlung” von 20 Sailhorse-„Eigentümern” mit Messbriefen, gegeben. Änderungen gegenüber den 2015er Klassenvorschriften wurden dabei diskutiert und beschlossen. Diese „TVE 2017” wurden wohl auch von der deutschen SKV Anfang 2018 zusammen mit den niederländischen KV 2015 akzeptiert und beschlossen – mit der Ergänzung, dass Baumniederholer und Top-Lichtführung erlaubt sein sollen.

Was dann geschah

Mit der TVE 2017 nebst deutschen Ergänzungen marschierte Henk in 2018 zur Technischen Kommission des Watersportverbonds, der mit seiner Bearbeitung begann. Dabei stellte sich ein erneuter Änderungsbedarf zur Definition des Mastnullpunktes dar. Diese Änderungen wurden im Oktober 2018 zeichnerisch umgesetzt und in die TVE 2017 aufgenommen.

Die neuen Inhalte, nennen wir sie „TVE 2017 plus”, wurden auf der SSC-Vollversammlung im Dezember 2018 diskutiert und bestätigt. Auch wenn die Vollversammlung keine Entscheidungsbefugnis diesbezüglich hat, kann dies doch als Zeichen für die Akzeptanz angesehen werden.

Wie geht es nun weiter?

Zunächst wird der Watersportverbond eine (neue) niederländische Klassenvorschrift aus der aktualisierten TVE 2017 formulieren und gemäß „dem” internationalen Format (tlw. neu) gliedern. Es besteht die Hoffnung, dass diese Version im Januar 2019 veröffentlicht werden kann.

Dazu muss sie ins Englische übersetzt werden.

Und schließlich muss sie noch von der deutschen SKV beschlossen und bestätigt werden. In der Einladung zur anstehenden Vollversammlung im Januar 2019 taucht sie allerdings nicht auf. Terminiert ist aber wohl eine Veröffentlichung im Februar 2019.

Fazit

Henk sieht das Ende einer Ära nahen: Fast 20 Jahre hätte es dann gedauert, eine neue, einheitliche Klassenvorschrift unter dem Schirm der ISCA aufzustellen, eines der wichtigen ISCA-Ziele. Wir wünschen ihm jedenfalls das Beste!

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