Der Brexit und die Segler

Die möglichen Auswirkungen eines „harten” Brexits auf uns alle sind genügend diskutiert worden. Ob Reisepass und Visum, Ein- und Ausklarieren, Roaming-Gebühren oder erforderliche Auslandskrankenversicherung – alles ist möglich bei einer Reise ins UK oder auch für Gäste aus dem UK.

Auf eine weitere Besonderheit weist die European Boating Association (EBA) hin: Boote, die (noch) in britischen Häfen liegen, verlieren ihren Status als Wassersportfahrzeug der EU und damit auch ihr Recht auf Freizügigkeit innerhalb der EU. Kehrt ein solches Boot dann von Großbritannien zurück in die EU, würde es als ein außerhalb der EU befindliches Gut eingestuft und zollrechtlich wie ein Boot aus einem Drittstaat betrachtet werden.

Die EBA rät deshalb dazu, darüber nachzudenken, derzeit in Großbritannien liegende Boote vorsorglich in einen europäischen Hafen auf dem Festland zu verlegen.

Ein Kommentar

  • Hallo,

    Da für eine gewisse Zeit tatsächlich der harte Brexit drohte und bis nach dem 31. Oktober vorerst noch nicht vollkommen ausgeschlossen werden kann, haben wir selbst mal geschaut was auf uns zukommen würde wenn wir nach dem harten Brexit mit unserer Sailhorse zurück auf Festland ziehen wollen. Fündig geworden bin ich beim ADAC, dort werden Zollbedingungen für die Einfuhr von Booten in die EU beschrieben: https://skipper.adac.de/steuer-zoll/

    In unserem Fall würde wohl der Punkt mit dem Umzug gelten. Keine Steuern werden fällig wenn man das Boot 6 Monate besitzt und man 12 Monate im Nicht-EU Ausland gewohnt hat. Beides trifft auf uns zu, auch wenn technisch gesehen UK natürlich erst nach dem harten Brexit ein Nicht-EU Land wird, allerdings wäre es schon starke Harspalterei wenn erst ab dem Tag des Austritts die Frist der 12 Monate die man ausserhalb der EU gelebt haben muss beginnen würde wo doch im Grunde klar ist, dass die Regelung klar auf den Umzug von einem ins andere Land gedacht wurde.

    Wir haben uns daher überlegt „Grisu“ erstmal in UK zu lassen und nicht die vorzeitige Flucht aufs Festland zu starten, auch wenn die Gesetzeslage natürlich nicht eindeutig ist. Im schlimmsten Fall könnte die Einfuhr des Bootes mit gut 20% des Wertes teuer werden, das würde dann wahrscheinlich auch für viele Andere Sachen gelten die wir mit umziehen würden.

    Hoffen wir, dass es nicht soweit kommt, es gibt genug realistische Kräfte in UK die einen Austritt ohne Abkommen verhindern wollen, zumal ein harter Brexit auch keine Mehrheit in der Bevölkerung hat.

    Viele Grüße aus England,

    Manuel

Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.